Bitcoin und der Energieeffekt

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Der Bitcoin ist unglaublich durstig nach Energie. Schon heute beträgt der Energieverbrauch fast die Hälfte aller Rechenzentren.

Der Bitcoin ist eine Kryptowährung, im Gegensatz von Fiatgeld unabhängig von äusserer Regulierung, einzig abhängig von Angebot und Nachfrage. Derzeit ist der Bitcoin in einem hoch. Das kommt nicht von ungefähr, denn Bitcoin ist eine begrenzte Ressource: Mathematisch sind 21 Mio. Bitcoins die Grenze und mehr als 18.53 Mio. sind bereits gefunden. Das heisst die Geldmenge ist in jeder Kryptowährung prinzipiell begrenzt. Der Bitcoin ist fälschungssicher, was nicht heisst, dass keine Werte gestohlen werden können, er ist leicht und beliebig teilbar und hat kein Gewicht und grenzt sich somit vorteilhaft vom Warengeld ab.

Die begrenzte Geldmenge hat aber auch einen grossen Nachteil: Bei steigendem Dienstleistungs- und Güterangebot, also Aufschwung sinken die Preise und wirken so deflationär.[Footnote]ceteris paribus[/footnote] Kryptowährung ist für Anbieter dann interessant, wenn verschiedene (kryptische) Währungssysteme etabliert und auch breit verwendet werden. Es gibt derzeit einige tausend Kryptowährungssysteme. Galaxus/Digitec zum Beispiel bietet ihren Kunden die Zahlung mit Kryptowährung an.

In der Wachstumsphase steht die Spekulation im Vordergrund, wogegen nach erreichen der Sättigung eher die Wertaufbewahrung und die Tauschfunktion im Vordergrund stehen dürften und die Arbitrage eine untergeordnete Funktion einnehmen könnte. Wird es eng in der Konjunktur, müssen Reserven aufgelöst werden. Das führt dann für alle, die nicht liquidieren, zu einem Wertverlust in der jeweiligen (kryptischen) Währung.

Ob das wirklich so wunderbar wie von «unsichtbarer Hand» (zit. invisibel Hand, Adam Smith) aus Angebot und Nachfrage für die Gesellschaft als ganzes optimal geregelt wird, bleibt offen. Offen bleibt auch, wie sich die konkurrenzierenden Kryptowährungen unter freien Marktbedingungen entwickeln werden. Vielleicht wie aus Erfahrung in anderen Branchen kannibalisierend, so dass am Schluss einer oder wenige übrig bleiben? Systemrelevanz, Single Point of Failure, wie wir Ingenieure einer solchen Situation sagen? Die Folge wäre bei konstantem BIP, nach der Quantitätsgleichung eine Unterversorgung der Märkte mit Geld, falls sich die Umlaufgeschwindigkeit nicht vergrössert. Aber das müssen die Ökonomen beurteilen.

Fest steht: Die Komplexität der Geld- und Währungssysteme wird in Zukunft zunehmen und dadurch undurchsichtiger werden. Der Energieverbrauch und damit der CO2-Fussabdruck steigen in Zukunft so drastisch, dass die potenziell vorhandene Einsparungen durch den Effizienzgewinn bei Rechenzentren bald wieder wettgemacht werden dürften. Gemäss einer BfE-Studie von A+W aus dem Jahr 2015 geht man von 50% Energiesparpotenzial aus. Wenn man eine Investition nach ihrer gesamtheitlichen Zukunftsfähigkeit beurteilt, wie diese die Globalance-Bank tut, so stellt sich hier die Frage: Ist Kryptowährung Teil der Lösung oder Teil des Problems…?

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