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AC-Ladelösung

Der Ausbau von Ladeinfrastruktur in privaten Liegenschaften spielt eine zentrale Rolle bei der Entscheidung für ein Elektrofahrzeug. Doch auch die Besitzer von E-Autos fordern Ladepunkte – auch bei der Wahl einer Miet- oder Kaufimmobilie wird die Ausstattung zunehmend zum entscheidenden Kriterium. Eigentümer sind gefordert, denn moderne Ladelösungen steigern die Attraktivität und den Wert ihrer Immobilien.

Kurzfassung

Ladeinfrastruktur in Immobilien wird immer wichtiger für Eigentümer und Mieter. Ein mehrstufiges Lastmanagement verhindert teure Netzverstärkungen. Die Grundinstallation umfasst Leerrohre, Flachkabel und Zähler. Betreiber übernehmen oft Planung und Abrechnung. Sicherheitsnachweise sind notwendig, aber nicht jede Ladestation muss in jedem Fall einzeln geprüft werden. Preismodelle variieren je nach Anbieter.

Grundinstallation und Lastmanagement

Förderprogramme unterstützen derzeit den Aufbau der Grundinfrastruktur. Technisch gibt es zahlreiche Möglichkeiten, um künftige Anforderungen flexibel zu erfüllen. Entscheidend ist ein effizientes Lastmanagement: Ein intelligentes System verhindert die Überlastung des Netzanschlusses und ermöglicht eine vorausschauende Steuerung des Energiebedarfs.

Die Abbildung 1 zeigt die Realisierungsstufen nach SIA 2060 und anderen Publikationenen. Allerdings lehrt die Praxis, dass die Ausbaustufe B am Ende besser aufgehoben ist. Denn der teure Ausbau des Netzanschlusses verhindert viele Projekte. Ein modernes Ladesystem enthält ein mehrstufiges Lastmanagement. Damit wird die Überlastung verhindert und erlaubt eine Überwachung, damit man rechtzeitig Engpässe entdeckt.

Abb. 1 Realisierungsstufen nach SIA 2060

Die Grundinstallation von Leerrohren (A) ist nur für Neubauten oder wenn andere Umbauten anstehen relevant. Daher beginnt man idealerweise bei der Stufe C1. Dazu gehört neben einem Flachkabel, das in der Garage alle Parkplätze erschliesst, auch die Zähler in der Hauptverteilung, welche dem Lastmanagement dienen. Beim System Smart-me wird mindestens ein Zähler für die Ladeinfrastruktur und idealerweise noch ein zweiter Zähler für die Gesamtmessung nach dem Hausanschluss. Damit ist es möglich das Lastmanagement in zwei Stufen durchzuführen. Die Firma aus Rotkreuz nennt das Multilevel-Lastmanagement bei dem gleichzeitig der Hausanschluss und die Sicherung der Ladepunkte überwacht werden. Das System ist sehr flexibel und ermöglicht auch mehrstufig und dynamisch verschiedene Gebäude mit unterschiedlichen Stromkreisabsicherungen abzubilden. Dabei werden Schwankungen im Verbrauch und in der Produktion von Sonnenenergie berücksichtigt. Mit einem solchen System spart man sich die teure Verstärkung des Hausanschlusses. Erfahrungen zeigen, dass nach der Installation Jahre vergehen bis etwa 25 % der Parkplätze mit Ladestationen ausgerüstet werden.

Die Stufe C2 beinhaltet dann noch die Vorbereitungsboxen für die Ladepunkte. Danach ist die Installation abgeschlossen und es wird ein Sicherheitsnachweis erstellt. Bei der Abnahme will der Verteilnetzbetreiber in der Regel prüfen, ob das Lastmanagement funktioniert. Dazu reicht es, eine Ladestation in die Vorbereitungsbox einzustecken.

Eine bewährte Lösung ist, wenn die Hauseigentümer diesen Teil selbst bezahlen und alles weitere einem Ladenetzbetreiber überlässt. Die Stufe C2 einzusparen bringt nichts, denn die nachträgliche Installation mit Prüfung ist dann teurer wie die Vorbereitungsboxen und die kurzen Anschlussleitungen. Dieser übernimmt in der Regel auch die Planung und Ausführungskoordination. Eine Stolperfalle ist auch, dass einige Hersteller von Ladestationen keine MID-Zertifizierung haben. Da viele VNB darüber gestolpert sind, hat das Metas eine sehr grosszügige Frist bis 2027 zur Bereinigung angesetzt. Die eCarUp Pico, die der Autor für seine Ladenetze seit Jahren verwendet, haben seit je her ein MID-Zertifikat. Darüberhinaus hat das Metas auch den Lastgang zertifiziert, was bedeutet auch die 15-Minuten-Daten zertifiziert sind und innerhalb eines ZEV verschiedenen Tarife mit zertifizierten Daten verrechnet werden.

Bild zeigt Pico-Ladestation mit grossem funktionalem Bildschirm und App
Abb. 2 Pico mit eCarUp-App

Bereit zum Laden

Wenn die Installation abgeschlossen ist und Interessenten da sind, können die Ladestationen eingesteckt und für den Mieter oder Eigentümer konfiguriert werden. Moderne Systeme rechnen vollständig automatisch ab, inkl. Versand der Rechnungen per E-Mail. Es ist wichtig, dass man im Voraus klärt was in den Lizenzen enthalten ist. In der Regel wird die Ladeinfrastruktur dem Endkunden als Mietlösungen angeboten, wie zum Beispiel von BKW, CKW, EKZ und vielen anderen lokale VNB anbieten. Auch Energieabrechnungsfirmen wie Agrola, Neovac oder en’plus und viele andere sind auf dem Markt der AC-Ladestationen aktiv. Die Preistransparenz lässt zu wünschen übrig. Übliche Preismodelle sind: CHF 49.-/Monat plus Energie ohne Aufschlag oder CHF 39.-/Monat plus Energie mit Aufschlag. Wer weniger Energie braucht fährt mit dem letzteren Modell besser (Daten: Internetrecherche letztmals Januar 2025). Voraussetzung dazu ist natürlich, dass der Eigentümer die Grundinstallation übernimmt, wie oben beschrieben. Wenn der Eigentümer oder Verwalter selbst abrechnet, kann er mit dem Mietpreis des Parkplatzes seine Investition fördern, in dem er den Mietpreis höher ansetzt, wenn jemand keine Ladestation mietet.

Sicherheitsnachweise

Einige Kontrolleure behaupten, dass jede nachträglich eingesteckte Ladestation geprüft werden muss, was natürlich nicht stimmt. Denn eine Vorbereitungsbox und die dazugehörige Ladestation sind ein Produkt das den einschlägigen Normen genügen muss und danach geprüft ist. Deklariert ist das mit der Konformitätserklärung. Dagegen sind bei der periodischen Installationskontrolle die festangeschlossenen Kabel und die Sicherheitsfunktionen zu prüfen.

Mit einer durchdachten Ladeinfrastruktur machen Eigentümer ihre Immobilien zukunftssicher – und ermöglichen eine effiziente, kostengünstige Elektromobilität.

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